Das Spektrum unsere Krankenhausapotheke umfasst drei Hauptaufgabenbereiche:

Klinische Versorgung/Logistik


Die Krankenhausapotheke ist verpflichtet, Arzneimittel und Medizinprodukte in einem Um-fang vorrätig zu halten, der eine adäquate Versorgung der Patienten sicherstellt. Die Aus-wahl der Produkte erfolgt nach Kriterien der Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffektivi-tät und wird durch die Arzneimittelkommission der Kliniken in einer so genannten "Hausliste" festgelegt. Außerhalb dieses Sortimentes erforderliche Notfallpräparate werden schnellstmöglich beschafft.

Die zeitnahe Belieferung der Stationen und Abteilungen der beiden Krankenhäuser reali-siert der klinikinterne Transportservice.

Arzneimittelherstellung


Herstellung von Rezepturen und Defekturen

In qualifizierten Herstellungsräumen stellen die Mitarbeiter der Apotheke eine Vielzahl von Arzneimitteln wie Salben, Kapseln und Lösungen zur innerlichen und äußerlichen Anwen-dung her. Die Identität der benötigten Ausgangssubstanzen für die Eigenherstellung von Arzneimitteln wird entsprechend den Anforderungen des Europäischen Arzneibuchs im analytischen Labor der Krankenhausapotheke mit modernen Untersuchungsmethoden ge-prüft. Bei besonderen Fragestellungen wird ebenfalls der Gehalt der pharmazeutischen Grundsubstanzen festgestellt. Damit wird die einwandfreie Qualität der herzustellenden Individualrezepturen gewährleistet.

Herstellung von sterilen Arzneimitteln

Für die Individualtherapie einzelner Patienten, z. B. der Neugeborenen-Intensivstation, der Augen-, der HNO- und der Hautklinik sowie der Palliativstation, werden unter hohen An-forderungen an die Qualität Einzelanfertigungen zubereitet

Herstellung von Zytostatika

Zur Behandlung von Krebserkrankungen stellen Zytostatika/Chemotherapeutika seit vielen Jahren eine unverzichtbare Medikamentengruppe dar. Da es sich um hochwirksame Zube-reitungen handelt, sind beim Umgang mit ihnen besondere Schutzmaßnahmen zu beach-ten und zu ergreifen. Aus diesem Grund erfolgt die Zytostatikaherstellung zentral in der Apotheke unter Einhaltung besonderer Sicherheitsvorkehrungen. In speziellen Reinräu-men, die den neuesten gesetzlichen Vorgaben und Normen entsprechen, stellt speziell geschultes Apothekenpersonal für alle Tumorpatienten der beiden Städtischen Kranken-häuser Zytostatika her - individuelle für jeden Patienten. Alle Produktionsschritte werden durch ein Qualitätssicherungssystem überwacht. Dieses stellt sicher, dass ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit und Produktqualität gewährleistet wird.

Herstellung von in vitro-Diagnostika, pharmazeutische Analytik und medizinische Gase

Medizinische Gase sind als Arzneimittel oder Medizinprodukte zur Anwendung am oder im Patienten gedacht und unterliegen damit den Anforderungen des Europäischen Arzneibu-ches. Dazu gehören z.B. "Distickstoffmonoxid", "Kohlendioxid", "Luft zur medizinischen Anwendung" und "Sauerstoff". Die Qualität und die Logistik der eingesetzten medizini-schen Gase werden regelmäßig kontrolliert.

In vitro-Diagnostika werden als Medizinprodukte zur Untersuchung von Körperflüssigkei-ten (wie z.B. Blut, Urin, Liquor) oder von Gewebe des Menschen benötigt. Für Spezialun-tersuchungen in den krankenhauseigenen Laboren des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin und des Institutes für Pathologie stehen keine industriell gefertigten Standardlösungen zur Verfügung. Daher stellen unsere Mitarbeiter auf Grund ihres kli-nisch-chemischen Sachverstandes die benötigten Reagenzien im diagnostischen Labor her.

Pharmazeutische Dienstleistungen


Die Auswahl und Beratung zu Arzneimitteln erfordert umfangreiche Kenntnisse, die regel-mäßig dem neuesten Wissensstand angepasst werden müssen. In der Apotheke erhalten Ärzte und Pflegepersonal Informationen zu allen Fragen der medikamentösen Therapie und der sachgerechten Anwendung von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Das sind Fragen zu Wechsel- und Nebenwirkungen, Stabilität von Arzneimittelzubereitungen, Son-dengängigkeit von Tabletten, Verfügbarkeit ausländischer Medikamente und Ähnliches.

Ebenso unterstützen wir den behandelnden Arzt bei der Sammlung und Weiterleitung un-erwünschter Arzneimittelwirkungen und leisten so einen Beitrag zur Patientensicherheit. Die Apotheke trägt auch zur Kostenkontrolle und Verbrauchssteuerung bei den im Klini-kum angewandten Arzneimitteln bei.

In der Arzneimitteltherapie werden hochwirksame Medikamente eingesetzt, die z. T. einen engen Dosisbereich besitzen (der Dosisbereich von therapeutischer Wirkung bis zum Auf-treten toxischer Effekte ist gering). Anhand der gemessenen Arzneimittelkonzentrationen im Blut (Therapeutisches Drug Monitoring) kann die optimale Dosis für den Patienten be-rechnet und ein größtmöglicher therapeutischer Effekt erzielt werden. Therapieempfehlung zur Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit.

Die Krankenhausapotheke hat im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales ein Notfalllager für die Sicherstellung der pharmazeutischen Versorgung bei Großschadensereignissen und Katastrophenfällen eingerichtet. Mit der Unterhaltung dieses Notfalllagers für den Katastrophenschutz leistet die Krankenhausapotheke einen wichtigen Beitrag zum Bevölkerungsschutz sowohl für die Einwohner der Stadt Dresden und des Freistaates Sachsen, als auch auf Bundesebene.